Intensivwohngruppen nach §34 SGB VIII

 

Das Wohl von Kindern ist ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft und ist bereits im BGB festgeschrieben. Leider sind nicht alle Familien in der Lage, das Kindeswohl zu gewährleisten. In diesem Fall müssen stationäre Angebote der Jugendhilfe den entsprechenden Raum bieten, in dem sich Kinder angemessen entwickeln können.

 

Intensivwohngruppen bieten insgesamt 8-10 Plätze für Kinder im Alter von 0 – 8 Jahren vorhalten.

Die Unterbringung in einer Krisensituation ist auf 6 bismaximal 12 Monate begrenzt. In begründeten Einzelfällen kann der Zeitraum einmalig für weitere 12 Monate verlängert werden.

Die Einrichtungen bieten eine hohe Betreuungsdichte für Kinder im Säuglings- und Vorschulalter bzw. Grundschulalter. Gerade Kinder dieser Altersstufe bedürfen einer besonders intensiven und ansprechenden Betreuung im Falle einer Fremdunterbringung.

Die Einrichtungen gewährleisten eine effiziente und auf die Bedürfnisse der Kinder und deren Eltern und Geschwister abgestimmte Betreuung. Wie sich aus bindungstheoretischer Sicht zeigt, ist es dringend erforderlich, insbesondere bei Säuglingen, die Pflege und Betreuung mit möglichst wenig Wechsel der Beziehungspersonen fortzuführen. Aus diesem Grund wird in der Einrichtung mit dem Bezugsbetreuersystem gearbeitet.

 

  1. Beschreibung der Einrichtung

 

Rechtliche Grundlagen

SGB VIII §§ 34 (Heimerziehung), 27.3, Familientherapie u. Erziehungsberatung, 36 (Mitwirkung, Hilfeplan), ggf. 28 (Erziehungsberatung)

 

Zielgruppe

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum vollendeten 8 Lebensjahr

 

Allgemeine Ziele (nach Rahmenleistungsvereinbarung)

  • Verbesserung der Lebens- und Entwicklungsbedingungen
  • Förderung der Entwicklung der Kinder
  • Abbau von Verhaltensauffälligkeiten
  • Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern

 

Ziele der Trägers

  • Bildung von emotionaler Stabilität
  • Bewältigung des Alltags hinsichtlich belastender Erlebnisse
  • Emotionale Nähe und Zuwendung
  • Regelmäßige Überprüfung der Rückführoptionen
  • Intensive Elternarbeit

 

Arbeitsansatz

  • systemisches Arbeiten mit allen Familienmitgliedern
  • Kindertherapeutische Einzel- und Gruppenarbeit
  • Ressourcenorientierung,
  • Elternaktivierung
  • Lebensweltorientierung
  • Sozialraumorientierung
  • Bezugsbetreuersystem

 

Allgemeine Methoden

  • Grundsicherung und Pflege der Kinder durch Erzieher und Sozialpädagogen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinderärzten, Jugendgesundheitsdienst und KJPD
  • Sozialpädagogische Diagnostik
  • Familientherapeutische Interventionen in den betreffenden Familien
  • Sozialpädagogische und/oder familientherapeutische Begleitung der Familie
  • Zusammenführung der Familien und deren Mitglieder
  • Sicherung des Kontakts zwischen den Familienmitgliedern, ggf. betreuter Umgang
  • Einbindung der Eltern in die Alltagsbezüge der Kinder
  • Bei Bedarf Video-feedback-training (auch bei Besuchskontakten)
  • Familientherapeutische Gruppenangebote für Familien bei geplanter Rückführung – Aufbau eines Netzwerkes der betroffenen Familien um Selbsthilfepotentiale zu wecken
  • Kindertherapeutische Gruppen- und Einzelangebote
  • Anbindung an sozialräumliche Angebote
  • Ressourcenaktivierung

 

Struktur und Angebote der Einrichtung

  • Arbeit in der erzieherischen Betreuung in 24-Stunden- Diensten
  • Tagsüber Verstärkung durch Sozialpädagogen, Leitung, Erzieher
  • Sicherstellung des weiteren Besuchs von Kita und Schule, ggf. Transport
  • Elternaktivierende Maßnahmen und Beratungseinheiten in der Einrichtung bei einer geplanten Rückführung
  • Bei Bedarf aufsuchende familientherapeutische Arbeit mit den Herkunfts-familien
  • Bei Bedarf Kindertherapie (Einzel- und Gruppenangebote nach FLS)
  • Bei Bedarf Familientherapie in Gruppen nach FLS

 

Termine / Events

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